Osteopathie John
Gesund werden. Gesund bleiben.

Die 3 Grundprinzipien der Osteopathie

Die Osteopathie ist ein medizinisches System, das nicht nur Symptome behandelt sondern nach den Ursachen einer Erkrankung sucht. Somit arbeitet ein Osteopath neben akuten Problemen auch an der präventiven Gesunderhaltung des Patienten. Ziel ist es die Gesundheit der Patienten wiederherzustellen und zu erhalten.

1. Osteopathisches Prinzip: Struktur und Funktion beeinflussen sich gegenseitig

Die körperliche Struktur beeinflusst körperliche Funktionen wie den Transport der Körperflüssigkeiten (Blut, Lymphe u.v.m). Einfach erklärt: Steht jemand auf einem Gartenschlauch, kommt am Ende kein Wasser heraus! Beispielsweise kann ein verdrehtes Becken zu arteriellen und nervalen Problemen im Bein führen. Und damit zu Schmerzen.

Umgekehrt: Werden Beine nicht mehr ausreichend bewegt und gedehnt, bauen sich dort Strukturen wie Muskeln und Knochen ab. Einfach erklärt: Nutze ich einen Gartenschlauch dauerhaft nicht, wird der Schlauch porös oder es lagert sich Kalk im Hahn ab.

2. Osteopathisches Prinzip: Der Körper ist eine Einheit

Der menschliche Organismus besteht aus vielen verschieden Facetten, wie: Knochen, Muskeln, Organen, Blutkreislauf, Nervensystem, Hormonsystem u.v.m. Diese Systeme beeinflussen sich gegenseitig.

Beispielsweise können verspannte Muskeln Rückenschmerzen verursachen - Muskeln beeinflussen Nerven- und Blutsystem. Ein verschobenes Becken kann Muskeln verspannen - Muskeln sind an knöchernen Strukturen befestigt. Organe können Schmerzen in der Schulter verursachen - Organe beeinflussen Muskeln, Nerven- und Blutsystem. Daher untersuchen und behandeln Osteopathen auch Körperstellen, an denen der Patient scheinbar keine Probleme hat.

3. Osteopathisches Prinzip: Der Körper besitzt Selbstheilungskräfte

Der Körper besitzt die Fähigkeit sich selbst zu heilen und gesund zu halten. Beispielsweise wehrt das Immunsystem viele Krankheitserreger ab, ohne dass wir es merken. Dies funktioniert so lange das System nicht überlastet ist. Wird die Anzahl der Baustellen zu groß, nehmen die gesundheitlichen Einschränkungen zu. Ähnlich wie am Arbeitsplatz: Zu viele Aufgabenpakete auf dem Schreibtisch verschlechtern das Arbeitsergebnis.

Die Gesundheit verbessert sich, wenn die Anzahl der Baustellen im Körper reduziert wird. Der Osteopath ist dabei lediglich das Werkzeug, die Heilung kommt vom Patienten selbst. Beispielsweise entlastet eine Korrektur des Beckens das Organsystem wodurch u.a. die Verdauung verbessert werden kann. 

Dabei ist die Gesundheit mehr als die Abwesenheit von Krankheit und Schmerz. Vielmehr geht es um eine positive körperliche und geistige Entwicklung und das Ausschöpfen von Potentialen. Gesundheit ist dynamisch, nicht statisch.

Die Geschichte der Osteopathie

Die Anfänge - Struktur beeinflusst Funktion

Seit der Geburtsstunde der Osteopathie  um das Jahr 1874 hat sich die Osteopathie als medizinisches System stetig weiterentwickelt. Der Begründer Andrew Still erkannte damals welchen Einfluss für das Gleichgewicht des gesamten Organismus bereits geringfügige Manipulationen von Knochen, Gelenken und Muskeln haben. D.h. er erkannte den Zusammenhang zwischen Struktur und Funktion im Körper. Diese manuelle Heilkunst bezeichnete Still als Osteopathie, wobei <Osteo> für Knochen und <Pathos> für Leiden steht. Im Jahr 1892 gründetet Still die American School of Osteopathy.

Kranielle Osteopathie - Die Bewegung des Schädels

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte Wiliam Sutherland, ein Schüler von Still, den kranialen Bereich in der Osteopathie (Kranium: Schädel). Sutherland fand durch Tastuntersuchungen heraus, dass die Schädel seiner Patienten in regelmäßigen Abständen ihren Umfang verändern, unabhängig von Atem- und Herzrhythmus. Diesen kraniellen Rhythmus nutzte Sutherland als Diagnose- und Therapieinstrument, indem er zunächst den Kopf und Körper des Patienten sanft abtastete um anschließend durch sanfte Verschiebung der Schädelknochen das Gleichgewicht des Orgsanismus zu verbessern.

Kraniosakrale Osteopathie - Verbindung zwischen Schädel und Becken

Weiterentwickelt wurde die kraniosakrale Osteopathie u.a. von Dr. John Uppledger, der während einer Operation der Halswirbelsäule die Dynamik des Duralschlauchs erkannte. Der Duralschlauch verbindet den Schädel mit dem Sakrum im Becken. Die Hirnflüssigkeit, die im Duralschlauch fließt, sorgt für eine Bewegung der Schädel- und Beckenknochen. Letztlich entsteht ein Impuls, der sich in den gesamten Körper verbreitet.

In dem Bereich der kraniosakralen Therapie ist auch Dr. DeJarnette zu erwähnen. Dieser war Chiropraktor und entwickelte u.a. Techniken zur Verbesserung der kraniosakralen Beweglichkeit, die sogenannte Sakro-Occipitalen Techniken (kurz: SOT-Techniken).

Viszerale Ostoepathie - Die Organe

Eine verfeinerte Betrachtung der menschlichen Organe und deren Wirkung auf die Gesundheit wurde von dem Franzosen Jean Pierre Barral vorangetrieben. Dieser entwickelte Diagnose- und Behandlungskonzepte für die verschiedenen Organe und erarbeitete viszerale Bewegungsachsen.

Neueste Erkenntnisse

Moshe Kastiel stellt in seiner Akademie (Medizin und Lebenskunst) ein Konzept vor, das verschiedene osteopathische Theorien in Einklang bringt. Er beschreibt die Wirkung von kraniosakralen Dysfunktionen auf den gesamten Körper, beispielsweise auf Becken, Wirbelsäule, Organe, Nerven und Blutgefäße. Über 80% der gesundheitlichen Leiden entstehen durch eine Blockierung des kraniosakralen Systems.

Osteopahtie - Die kombinierte Wissenschaft

Die Osteopathie stützt sich auf die Naturwissenschaften Physik und Chemie.

Betrachtet werden zum einen physikalische Gegebenheiten wie Bewegungsachsen von Gelenken und Organen, Körperstatik, Dynamik der Körperflüssigkeiten etc.

Zum anderen wird das chemische Gleichgewicht des Patienten analysiert und ggf. wiederhergestellt. Dazu gehört die Betrachtung von Stoffwechselprozessen, Entgiftungsprozessen, Wechselwirkungen verschiedener Nährstoffe und Medikamenten etc.